Civita di Bagnoregio – Italiens Felsenstadt

Im Hinterland von Civitavecchia, unweit des Lago di Bolsena, liegt eines der malerischsten Dörfer Italiens: Civita di Bagnoregio. Dieses Kleinod, das auch als „die sterbende Stadt“ bekannt ist, zählt zu den beeindruckendsten Orten des Landes. Weniger als ein Dutzend Einwohner leben in dieser aus einer vergangenen Zeit stammenden Siedlung, die nur über eine lange, schmale Fußgängerbrücke zu erreichen ist – ein einzigartiges Erlebnis bereits bei der Anreise.

Blick vom „Belvedere Civita di Bagnoregio“ 

Die Anreise nach Civita di Bagnoregio

Wir parkten unser Auto nahe des „Belvedere Civita di Bagnoregio“ in Bagnoregio – vielleicht nicht die klügste Entscheidung an diesem Tag, doch dazu mehr in einem späteren Artikel. Allen Besuchern empfehle ich, die für Touristen ausgeschilderten Parkplätze zu nutzen, auch wenn dies einen rund drei Kilometer langen Fußmarsch bedeutet.

Bereits am Aussichtspunkt „Belvedere“ wird man mit einem atemberaubenden Blick auf Civita di Bagnoregio und die spektakuläre, von tiefen Tuffstein-Schluchten durchzogene Landschaft belohnt. Von dort führen schmale Treppen entlang des steilen Berghangs nach unten, bevor man einem sanft abfallenden Straßenverlauf zur markanten Fußgängerbrücke folgt.

Der einzige Zugang zur Stadt

Ein Dorf aus einer anderen Zeit

Ein Besuch von Civita di Bagnoregio setzt eine gewisse Fitness voraus: Vom offiziellen Parkplatz bis zur Stadt sind etwa 200 Höhenmeter zu überwinden. Doch die Mühe lohnt sich! Hat man das massive Steintor passiert, eröffnet sich ein nahezu unverfälschter Blick in die Vergangenheit. Mittelalterliche und teils antike Bauten schaffen eine Szenerie, die wie ein Freilichtmuseum wirkt.

Die Geschichte des Ortes reicht über 2.500 Jahre zurück. Bereits die Etrusker erkannten die strategische Lage dieses auf einem Tuffsteinfelsen erbauten Dorfes. Ursprünglich trug es den Namen „Balneum Regis“ (Bad des Königs), benannt nach den Thermalquellen der vulkanischen Monti Volsini. Später wurde daraus „Bagnorea“ – und in den 1930er Jahren erhielt der Ort seinen heutigen Namen: Bagnoregio.

Ein Rundgang durch das Dorf

Civita di Bagnoregio ist klein, doch es gibt viel zu entdecken. Die engen, verwinkelten Gassen führen vorbei an malerischen Plätzen und historischen Gebäuden, von deren Fassaden oft farbenfrohe Blumenarrangements herabhängen. Der zentrale Dorfplatz wird von der Chiesa San Donato dominiert. An ihrem Kirchturm lassen sich zwei etruskische Sarkophage entdecken, die als Baumaterial (sogenannte Spolien) wiederverwendet wurden.

Typische Häuserfront

Für Filmfreunde gibt es eine besondere Entdeckung: Unweit der Kirche befindet sich das Haus, in dem 2008 der Film „Pinocchio“ gedreht wurde. Es ist ein faszinierender Einblick in die Nutzung des Dorfes als Kulisse für historische und märchenhafte Erzählungen.

Der versteckte Garten mit Panoramablick

Am östlichen Ende des Dorfes liegt ein wunderschön gestalteter Garten, der kostenlos besichtigt werden kann. Mit viel Liebe zum Detail gepflegt, bietet er nicht nur eine romantische Atmosphäre, sondern auch einen spektakulären Blick über das Tal. Seine exponierte Lage an der steil abfallenden Tuffsteinkante macht ihn zu einem perfekten Ort, um innezuhalten und das Panorama zu genießen.

Praktische Tipps für den Besuch

Für den Besuch von Civita di Bagnoregio sollte man mindestens drei Stunden einplanen – ideal für einen Halbtagesausflug. Bequeme Schuhe sind empfehlenswert, da die Wege steil und oft uneben sind. Besonders in den Sommermonaten lohnt es sich, früh am Morgen oder am späten Nachmittag zu kommen, um die magische Atmosphäre ohne den großen Besucherandrang zu genießen.

Nach unserem rund zweistündigen Aufenthalt verließen wir diesen einmaligen Ort – mit vielen bleibenden Eindrücken und dem Gefühl, eine Zeitreise unternommen zu haben. Unser nächstes Ziel? Ein weiteres Highlight der Toskana – aber dazu mehr im nächsten Artikel…

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